Aktuelles Oktober / November 2019

DIE DSGVO UND DIE SOZIALEN NETZWERKE

Welchen Einfluss hat die 2018 in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) auf die Nutzung und die wahrgenommene Sicherheit in sozialen Netzwerken? Welchen Netzwerken schenken User eher ihr Vertrauen und wo schätzen sie ihre Daten als sicher aufgehoben ein? Diesen Fragen ist TÜViT gemeinsam mit Hubert Burda Media und dem Statistikportal Statista im Rahmen der Studie „Ein Jahr DSGVO – Vertrauen in soziale Netzwerke" im Frühjahr 2019 nachgegangen. Im Fokus der Untersuchung standen die Netzwerke Facebook, Instagram, Twitter, XING und LinkedIn. In Sachen Seriosität und Vertrauen liegen die beruflichen Netzwerke vorne 90 Prozent der Befragten bewerteten die Informationen, die sie über XING erhalten, als sehr vertrauensvoll. Knapp dahinter liegt LinkedIn mit 81 Prozent. Bei den privaten Netzwerken ist das Meinungsbild im Hinblick auf das entgegengebrachte Vertrauen eher gespalten. Am deutlichsten wird dies anhand von Facebook: Dem US-amerikanischen Unternehmen vertrauen 37%, im Gegensatz dazu schenken 43% dem Netzwerk kein Vertrauen. Auch im Umgang mit sensiblen Daten hat XING leicht die Nase vorne. Fast die Hälfte der Befragten schätzt die Sicherheit ihrer persönlichen Daten auf dem beruflichen Netzwerk als einigermaßen bis sehr sicher ein. Dicht dahinter liegt Facebook mit 47%. Hier ist im Vergleich zu den anderen Plattformen allerdings die deutlichste Uneinigkeit zu beobachten.

 

(Bild: TÜV Nord Group)

Die Einführung der DSGVO hat kaum Einfluss auf das Sicherheitsempfinden der Befragten
Nahezu in allen Netzwerken gibt der Großteil der Befragten (> 60%) an, dass die Einführung der DSGVO weder ihr persönliches Sicherheitsempfinden noch ihr Nutzerverhalten beeinflusst hat. Berufliche Netzwerke als Plattformen der Selbstdarstellung
Besonders die Netzwerke XING und LinkedIn werden mit 44% und 40% von den Befragten für umfangreiche Formen der Selbstdarstellung genutzt. Fast ¼ gibt zusätzlich an, ihre Sichtbarkeit gegenüber den Standardeinstellungen gesteigert zu haben. Unter den privaten Netzwerken macht Instagram mit 31% das Rennen, gefolgt von Facebook (25%) und Twitter (23%). Im Vergleich zu 2014 ist vor allem bei den beruflichen Netzwerken ein deutlicher Anstieg zu erkennen. Lag der Anteil der Mitglieder mit einer umfangreichen Selbstdarstellung zu diesem Zeitpunkt noch bei unter 10%, spielt diese Möglichkeit der Präsentation in der aktuellen Studie für fast die Hälfte der Befragten eine große Rolle. Facebook stagniert dagegen.



(Bild: TÜV Nord Group)


Umsetzung der DSGVO durch die sozialen Netzwerke

Bei der Umsetzung unterschiedlicher Richtlinien zur DSGVO erfüllt das deutsche Unternehmen XING die meisten der untersuchten Kriterien. Die vier nicht-europäischen Konkurrenten kommen den geforderten Kriterien dagegen nur teilweise nach. Optimierungsbedarf besteht jedoch bei allen betrachteten Netzwerken in Bezug auf ihre datenschutzrechtlichen Grundeinstellungen. Diese sind in der Regel nach dem Privacy by Design-Ansatz gestaltet. Dadurch ist der Datenschutz zwar grundsätzlich so angelegt, dass User die Kontrolle über ihre eigenen Informationen haben und entsprechende Einstellungen vornehmen können, die Werkseinstellungen sind allerdings nicht optimal gesetzt. Angestrebt werden sollten Voreinstellungen, die dem Nutzer von Beginn an den besten Datenschutz ermöglichen (Privacy by Default).
www.tuvit.de
(Quelle: it-daily.net)



Mit Likes zum Auftrag: Soziale Medien in der B2B-Kommunikation

Netzwerke wie Xing oder Facebook ermöglichen den privaten Austausch, lassen sich aber auch für unternehmerische Zwecke nutzen.

Fachliche Gespräche, Kontaktpflege und im Idealfall die Akquise neuer Kunden – in der Vergangenheit fand diese Art von Austausch zwischen KMU und ihren Geschäftskunden vor allem im Rahmen von Fachmessen und Branchentreffen statt. Inzwischen spielen für die B2B-Kommunikation auch die sozialen Netzwerke eine wichtige Rolle. Was KMU bei der Nutzung von Facebook, Xing und Co. als Kommunikationskanälen beachten sollten.

Es ist längst kein Geheimnis mehr - soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Instagram, Xing oder LinkedIn sind für die Marketing- und Kommunikationsaktivitäten der meisten Unternehmen inzwischen unverzichtbar. Laut einer Studie des Ersten Arbeitskreises Social Media in der B2B-Kommunikation nutzten im vergangenen Jahr 96 Prozent der deutschen Unternehmen die Dienste für die Ansprache von Neu- und Bestandskunden.

Relevante Inhalte 
Dabei sind die sozialen Medien weitaus mehr als nur ein weiterer Kanal für herkömmliche Produktwerbung. Es geht vor allem darum, mit interessanten, unterhaltsamen und nützlichen Inhalten auf das eigene Unternehmen und dessen Aktivitäten aufmerksam zu machen. Erst in einem weiteren Schritt werden möglicherweise neue Aufträge akquiriert oder Kunden dazugewonnen. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Spannende technische Erklärvideos zu den eigenen Produkten und Lösungen bei YouTube bieten Kunden und Interessierten einen handfesten Mehrwert; mit fachlich relevanten Blogbeiträgen oder der Moderation themenspezifischer Nutzergruppen bei Xing können Unternehmen ihr Know-how zeigen. Bei Facebook funktionieren vor allem Videos und Bilder – gerne aus eigener Produktion und mit einer persönlichen Note: So können etwa kurze Mitarbeitervorstellungen dabei helfen, die guten Arbeitsbedingungen in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Gezielte Ansprache
Wichtig dabei: Botschaften sind nur relevant, wenn sie die Empfänger erreichen, für die sie konzipiert sind. Unternehmen sollten sich deshalb auch mit den Fragen auseinandersetzen, welche Inhalte sie über welche Social-Media-Kanäle ausspielen und wen sie damit erreichen. So eignet sich LinkedIn vor allem für klassische Marketinginhalte, die sich an Geschäftspartner und Kunden richten. Beide Gruppen lassen sich auch über YouTube gut erreichen. Das Interesse potenzieller neuer Mitarbeiter dagegen wecken Firmen in erster Linie über Facebook oder Xing. Mit Twitter wiederum lassen sich Medienvertreter und sogenannte Influencer am ehesten ansprechen. Angesichts der großen Dynamik, der die digitale Welt unterliegt, sind diese Nutzungsempfehlungen jedoch lediglich eine Momentaufnahme. Plattformen, die heute noch in aller Munde sind, können morgen schon wieder vergessen sein. Aktuelles Beispiel aus der Social-Media-B2B-Studie: Der einstige Platzhirsch Facebook verliert in jüngster Zeit an Bedeutung, LinkedIn und Twitter gewinnen hingegen dazu.

Kein Kinderspiel
Übrigens: Die erfolgreiche dauerhafte Bespielung diverser sozialer Medien mit hochwertigem Content ist alles andere als ein Kinderspiel. Eine nachhaltige Social-Media-Strategie muss sorgfältig vorbereitet und präzise umgesetzt werden. Unternehmen sollten nicht erwarten, dass die Presseabteilung diese Aufgaben quasi nebenbei erledigen kann. Vielmehr bietet es sich an, hierfür gezielt Personalkapazitäten einzuplanen. Alternativ können sie die Expertise externer Agenturen einkaufen. (Quelle: dpa)